Mais anbauen

Warten auf den Mais, dank Indianeranbau können aber schon mal ein paar Bohnen geerntet werden

Geduld gehört nicht zu meinen Stärken. Ich warte, meines Erachtens nun schon sehr lange, darauf, dass der Mais gelb wird. Die Kolben haben eine stattliche Größe erreicht, an manchen Pflanzen sogar zwei, was wohl keine Selbstverständlichkeit sein soll. Aber lugt man vorsichtig durch die dicke Verpackung sind nur beige, allenfalls hellgelbe Körner zu erspähen. Wie lange braucht also so ein Maiskolben bis er verzehrreif ist? Verzehrt wird er von meinen Maisliebhabern zu Haus nämlich innerhalb von wenigen Minuten, selbst vom kleinen Mann mit halben Gebiss. Denn Maiskolben kann man problemlos auch mit nur 4 Milchzähnchen knabbern!

Ausgesät habe ich den Mais bereits Mitte Mai, recht spät, aber nicht zu spät. Denn Mais verträgt keinen Frost und sollte daher ohnehin erst nach den Eisheiligen angebaut werden. Nach anfänglichen Schwächeln (einige Körner habe ich nochmal nachgesät), wuchsen die Pflanzen zur imposanten Erscheinung heran, die mit 2 Meter Pflanzengröße auch einen 1A-Sichtschutz abgibt und irgendwie auch einen eleganteren, als die Indianersonnenblumen der Nachbarin, die erst blühen, wenn sie ihre Endgröße erreicht haben. Geschätzt sind sie schon bei 3 Metern, aber von Blüten keine Spur. Mein Mais hingegen ist eine wahre Schönheit.

Nun habe ich gelesen, dass es hilfreich ist, wenn der Mais im Haus vorgezogen wird, so hat man eine kleine Zeitersparnis. Gemessen am Wachstum im August, ging es im Mai/Juni wirklich sehr langsam voran. Mais entwickelt allerdings eine Pfahlwurzel, diese wird sehr tief. Zum Vorziehen also tiefe Gefäße verwenden, wie große 0,5 Liter Joghurtbecher oder auch Tetrapacks, sonst kringeln sich die Wurzeln und die Pflanzen lassen sich nicht mehr tief genug in die Erde verpflanzen.

Eine Zeitersparnis bringt es auch, die Samen einfach vorkeimen zu lassen. Dazu die Samen im April in feuchte Sägespäne oder Watte packen. Im Haus ist es warm genug und bis Mitte Mai entwickeln sich bereits Blättchen und Wurzeln, sobald es auch im Garten warm genug ist, können die Pflänzchen nach draußen umziehen. Ich habe auch einige der Pflänzchen in einem frühen Stadium umgepflanzt, weil doch einige Samen in der Erde nicht gekeimt waren. Es ist aber sehr wichtig, dass die Maispflanzen nicht zu weit auseinander stehen, daher baut man Mais auch nicht in Reihen sondern in Blöcken an. Dadurch wird sowohl die Bestäubung durch den Wind als auch die Standfestigkeit der Pflanzen verbessert.

Bei meinen Recherchen zum Maisanbau bin ich auf Leute gestoßen, die ihren Mais per Hand bestäuben…das klingt vielleicht etwas versaut, ist aber eigentlich nur sehr mühsam. Man trennt dafür die weiblichen von den männlichen Blütenständen. Dazu werden Pergamenttüten empfohlen, quasi als Maiskondom. Damit verhindert man die Windbestäubung und damit auch, dass kilometerweit fliegende Maissamen von Maisfeldern, auf denen zum Beispiel Futtermais angebaut wird, sich mit dem eigenen Mais paaren und deren Qualität mindern. Die Handbestäubung selbst ist sehr aufwendig, denn jedes Fädchen muss einzeln mit den gesammelten Samenstaub bestäubt werden. Dafür geht man aber auf Nummer sicher, gerade in windarmen Gegenden vielleicht ein Tipp, aber am Wind mangelt es bei uns im Norden nun ja wirklich nicht.

Für jede einzelne Pflanze sollte eine Fläche von etwa 40 x 40 cm eingeplant werden. Um den Platz optimal zu nutzen habe ich ein Indianerbeet daraus gemacht. Das heißt, einfach Buschbohnen zwischen die Pflanzen gesät. Merke! Dies nicht zu früh tun, denn die Bohnen keimen viel schneller, als der Mais und der Sinn der Sache ist, dass die Bohnen an den starken Maispflanzen emporranken können, ganz ohne künstliche Kletterhilfe. Nur muss eben auch etwas zum Klettern da sein. Mit der Aussaat der Bohnen wird nächstes Jahr also 3-4 Wochen gewartet.

Erntezeit soll Ende August sein. Nun gut, mein Mais schimmelt und trocknet aber nicht. Also alles noch ihm grünen Bereich. Mein Vater hat neulich mit dem kleinen Gartenzwerg einfach schon einen beigen Kolben verputzt, so wir es früher mit dem stiebitzten Mais vom Feld gemacht haben. Es soll sehr lecker und sehr süß geschmeckt haben, vielleicht wird die Farbe auch einfach überbewertet.

 

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