Grünkohlchips und Chips ais Ewigem Kohl

Grünkohlchips und Chips aus Ewigem Kohl.

Letztes Jahr habe ich meine Liebe zu Gemüsechips entdeckt. Also habe ich mir einen Grünkohl besorgt und im Backofen mit Grünkohlchips experimentiert. Dieses Jahr habe ich mich perfektioniert, indem ich meinen Grünkohl selbst angebaut habe. Außerdem habe ich mir einen Dörrapparat besorgt, um meine Ernte künftig zeitnah und bestmöglich haltbar zu machen.

Vorbereitung

Ich ahne, wie viele Tiere über mein Beet toben, und wasche daher die Grünkohlblätter gründlich. Da ich meinen Grünkohl erst spät gepflanzt habe, sind die Blätter ziemlich klein. Für die Chips war das perfekt, denn ich musste nur die Blattstrunke entfernen. Große Blätter sollte man zudem in mundgerechte Stücke reißen (Blätter immer reißen, nicht schneiden, um die Blattstruktur zu schonen und Vitamine zu bewahren!). Ergänzend verwende ich Blätter von meinem Ewigen Kohl. Die haben meistens schon die passende Chips-Größe.

Die sauberen Blätter gebe ich in eine Salatschüssel.

Marinade für Grünkohlchips

Eine Salatschüssel Kohl mit Marinade

Eine Salatschüssel mit Grünkohl, Ewigem Kohl und Marinade.

Nach einigen wilden Experimenten gebe ich nun etwas Öl (1 EL) in ein Schüsselchen. Dazu etwas Salz, Pfeffer und einen TL Curry. Oder alternativ eine Mischung aus Koriander, Couscous-Gewürz aus Frankreich, Kurkuma und Pfeffer. Mit der Marinade übergieße ich den Grünkohl in der Schüssel und mische alles kräftig durch.

Grünkohlchips im Backofen selber machen

Meine Backofen-Versuche waren geschmacklich ganz in Ordnung. Ich habe die Grünkohlchips locker auf Bleche mit Backpapier verteilt und dann blechweise bei 180° mit einem Kochlöffel in der Ofentür 10 Minuten gebacken.

Vorteile:

  • Einen Backofen habe ich schon – also keine Anschaffungskosten, kein Extra-Gerät in der Küche und zudem
  • kaum Reinigungsbedarf nach dem Backen.

Nachteile:

  • Eine Zubereitung, die keine Rücksicht auf Vitamine nimmt,
  • fettiges Backpapier als Abfall und
  • zweifacher Schichtwechsel wie beim Plätzchenbacken, d.h. man sollte alarmbereit in der Nähe bleiben.

Weitere Rezepte für Grünkohlchips im Backofen:

Grünkohlchips im Dörrapparat schonend trocknen

Blätter von Grünkohl und Ewigem Kohl im Dörrapparat.

Blätter von Grünkohl und Ewigem Kohl im Dörrapparat.

Meine erste Dörrerfahrung mit Bananen war ein wenig frustrierend, da die Scheiben einfach nicht trocken werden wollten, sondern nach drei Tagen gerade mal Kaugummikonsistenz annahmen. Mit dem Grünkohl war jedoch alles viel einfacher, und es stört auch nicht, wenn die Blätter vom Waschen noch feucht sind.

Für die Verteilung eines Küchensiebs voller Grünkohlblätter habe ich habe vier Dörrgitter benötigt. Diese kamen alle zusammen bei 53° für 3 Stunden in den Dörrapparat. (Zu beachten ist dabei, dass die individuelle Trockenzeit vom jeweiligen Gerät abhängt.) Danach waren die Grünkohlchips schön knusprig, hatten aber noch einen feinen Eigengeschmack. Ich kann daher leider gar nicht sagen, wie lange die Grünkohlchips haltbar sind, denn ich habe sie sofort vernascht. – Es lebe der Grand Prix-Vorentscheid!

Buchtipp: Einfach Dörren & Trocknen

Buchtipp: Einfach Dörren & Trocknen

Vorteile:

  • Vitaminschonende Zubereitung meines Bio-Kohls,
  • alle Dörrgitter konnte ich auf einmal trocknen lassen und
  • Backpapier ist nicht nötig.

Nachteile:

  • Anschaffung eines zusätzlichen, recht lautstarken Gerätes, das in der Regel im Keller neben dem Wäscheständer rauscht, pustet und vor sich hin tobt … Und
  • wenn die Dörrgitter zur Reinigung in die Spülmaschine kommen, ist die gleich recht voll.

Weitere Rezepte, Anleitungen und Tipps zum Trocknen für Newbees: Michelle Keogh, Einfach Dörren & Trocknen, 100 Rezepte mit Obst, Gemüse, Fleisch, Nüssen und noch mehr vom Ulmer Verlag aus meiner schwäbischen Heimat.

Und in der Pfanne?

Wären Grünkohlchips nicht so kraus, könnte man sie auch in der Pfanne zubereiten. Mit Brennesselblättern habe ich das im Sommer ein paar Mal ausprobiert, so als Snack zum Feierabend auf der Terrasse. Ganz ohne Fett – oder auch in Fett frittiert, beides ist möglich. Die so zubereiteten Brennesselchips schmecken nicht schlecht, das Kratzen im Hals finde ich zumindest bei fettarmer Zubereitung jedoch gewöhnungsbedürftig.

Mein Fazit:

  • Damit sich die Anschaffung eines Dörrapparats lohnt, muss man häufig Trocknen und nicht nur ein Bündel Kräuter.
  • Damit es sich lohnt, das Gerät über mehrere Stunden laufen zu lassen, sollte man wiederum eine entsprechende Menge auf mehreren Ebenen trocknen.

Da mir ein luftiger Speicher fehlt, freue ich mich, dass ich im Sommer auch Obst und Kräuter mit meinem Dörrapparat vitaminschonend trocknen kann.

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