Froschkönig

Ein gutes, glückliches und gesundes neues Jahr!

Eigentlich, Ihr Lieben, eigentlich habe ich mir fest vorgenommen, keine weiteren Brachflächen für den „Ackerbau“ zu erschließen. Anstatt umzugraben, endlos verschlungenen Wildwuchs aus dem Boden zu rupfen und Sack um Sack lockere Erde unterzuhacken, gedachte ich, mich mehr meiner Ernte zu widmen.

Insbesondere möchte ich Kräuter verarbeiten, am Liebsten zu schmackhaften Likörchen. Kräuter trocknen für einen Schmuddelwintertee wäre auch erst mal ok. Sollte 2016 klimatisch so werden wie 2015, wäre im Sommer bei rund 40° immerhin das Trocknen an der Luft möglich, und wenns dann im Winter auch wieder zu warm ist, freue ich mich sicher über minzigen Eistee …

Auf jeden Fall gedachte ich alles tun, um mich zur Kräuterhexe weiterzubilden. Über die silbrigbraune Haarpracht nebst Kopftüchern verfüge ich bereits. Die Hexenhülle müsste eigentlich nur noch mit Sachkunde gefüllt werden! So meine Pläne.

Rühlemann's Katalog für Kräuter und Duftpflanzen

Rühlemann’s Katalog der Kräuter und Duftpflanzen

Doch dann kam Rühlemann’s Katalog der Kräuter und Duftpflanzen 2016.

Mein erster harmloser Gedanke: „Aus diesem Cover machst Du eine Papierperlenkette!“. Nur blieb es dabei leider nicht, denn dieser Katalog ist keineswegs eine reine Auflistung käuflichen Pflanzenmaterials. Nein, hier handelt es sich um eine Schatzkarte, einen Schlüssel zu Farbexplosionen voller Heilkräfte. Zu Pflanzen mit Supertalenten! Hier gibt es IHN, den winterharten Rosmarin. Den Thymian, der nach Rosen duftet. Den lila blühenden Knoblauch für die Fensterbank. Den Spinat, der am Zaun emporrankt. Und und und … Lebendige Beschreibungen aus der Feder von Daniel Rühlemann machen seine Empfehlungen glaubwürdig. Die Rezepttipps der Mitarbeiterinnen möchte ich sofort nachkochen. Sogar eine Anleitung zum Pfeifenbauen wird mitgeliefert … gäbs auch eine zum Besenschnitzen, ich würde bereits jetzt um den Blocksberg kreisen.

Nach einer Rauhnacht genussvollen Stöbern hatte ich eine klitzekleine Bestellliste von ein paar Dutzend Kräutern zusammen, dich ich unbedingt haben muss. Gern zum Geburtstag, ich bin ja bescheiden. Zwei Fragen sind dafür jedoch zu klären:

1. Was wurde aus meinen Kräuter- und Gemüseeinkäufen 2015?

Ableger Ewiger Kohl

Ein erster Ableger vom Ewigen Kohl

  • Der Knollenziest: gefressen von den Schnecken und den Wühlmäusen.
  • Die Topinamburknollen: allesamt gefressen von den Wühlmäusen. Ich habe daraufhin welche im Bioladen eingekauft, um Topinamburpuffer zu zaubern. Das Ergebnis: Scheußlicher Geschmack, scheußliche Magenkrämpfe. Vermutlich habe ich es bei der Zubereitung mit der Kurkuma-Knolle übertrieben, fürs erste bin ich jedoch nicht mehr so scharf auf Topinambur.
  • Die Duftveilchen: haben im November brav geblüht. Wenn sie das jetzt auch noch im Frühjahr hinkriegen, passt das.
  • Der Baumspinat: seit ich ihn von den Schnecken gerrettet habe, erholt er sich. 2016 klappts vielleicht auch mit der Ernte.
  • Die Goji-Beere: siehe Baumspinat.
  • Die Säulenkirsche: hat Knospen angesetzt. Hoffentlich ist sie da nicht ein büschen zu früh dran und bleibt vom Frost verschont.
  • Ewiger Kohl: My Precious! Sollte ich den Acker je hergeben müssen, so wird dieser Kohl mitten im Ziergarten auf meinem Rasen thronen. Er hat sogar schon einen ersten entzückenden Ableger, den ich via Absenker gewinnen konnte.

2. Wohin finden all die Neuzugänge Platz?

Gestern war ich, dank unangemessener Hitzestrahlen, wieder auf dem Acker, genauer in den Brombeerranken. Trotz Handschuhen und Jacke sind meine Arme nun so zerkratzt, als hätte ich Dornröschen befreit. Aber ich habe mir eine schöne Fläche für ein neues Beet erkämpft! Nur noch ein bisschen umgraben, Wurzeln rausziehen, Boden verbessern ….

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Ach ja, noch ein Vorsatz: 2016 mache ich endlich scharfe Fotos mit einer richtigen Kamera 😉

Für Euch alle ein gesundes und gut gelauntes Jahr 2016. Möge Eure Saat aufgehen!

Brombeerranken

Mein Dornröschenbeet: Zwischen den Gräsern schlängeln sich endlose Brombeerranken. Noch …

Ein Kommentar zu “Gute Vorsätze fürs Gartenjahr

  • Gute Idee, das mit den Vorsätzen, aber insbesondere der Jahresrückblick. Ich blicke auch noch mal zurück:

    Erdbeeren: Verwildern lassen, Reichliche Ernte daher nicht gefunden und schließlich vor den Schnecken und dem Regen kapituliert.

    Radieschen: Gute Ausbeute, aber zu scharfe Sorte gepflanzt, nichts für die Zielgruppe.

    Kopfsalat: Agreement mit den Schnecken, einer für Euch, Rest für uns. Lecker!

    Pflücksalat: Nächstes Mal besser timen, dann haben wir immer was, gute Ausbeute, pflegeleicht

    Erbsen: Mehr, mehr , mehr. Einfach, lecker und beliebt. Aber dieses Jahr gibt’s ein gekauftes Gerüst, meine Konstruktion hielt dem Nordwind nicht immer Stand. Auf Papa hören: 2 Reihe später säen.

    Kohlrabi: Früher säen und besser pflegen (auf Wasserzufuhr achten), dann ist die Ausbeute besser. War sehr lecker und beliebt.

    Kirsche: Kommt dieses Jahr, hoffe ich. Der bisherige milde Winter hat die Knopsen schon treiben lassen.

    Pflaume: Sah anfangs gut aus, kämpfte aber den ganzen Sommer lang mit fiesen Blattläusen, keine Blüte

    Himbeere 1: Gnadenlos eingegangen, der Nachfolger, eine Herbsthimbeere bereitete große Freude. Ernte noch im Dezember. Aber eine Pflanze ist definitiv zu wenig!

    Brombeere: Nicht eingegangen, hat aber auch nicht gestrahlt. Hoffe auf Besserung.

    Mais: Zu spät gesät, aber das (nicht sehr üppige) Ergebnis war lecker. Der Platzbedarf ist allerdings sehr hoch und die Wartezeit war mir zu lang, wird’s wohl nicht wieder geben.

    Bohnen: Sollten mit dem Mais ein Indianerbeet ergeben. Merke: Zum Ranken sollte der Mais schon früher gesät werden, denn Bohnen keimen sehr viel schneller.

    Tomaten: Mein persönliches Waterloo! Ein Traum, das Häuschen, die Pflanzen und dann über Nacht diese fiese Krankheit. Dieses Jahr gibt’s wieder alte Sorten, im Kübel, auf dem Balkon.

    Zierpflanzen:

    Kletterhortensie: eine Trauerspiel, eine eingegangen (ich verdächtige den Giersch!), eine lebendig aber unschön. Beim Aufräumen gemerkt, dass die Tote doch noch zuckt. Beide haben nun einen neuen Standort am Zaun zur Nachbarin, auf der anderen Seite wohnt auch eine Kletterhortensie, vielleicht hilft’s ja.

    Flieder: Hat zwar noch nicht geblüht, entwickelt sich, trotz dreifachen Umzug, aber sehr prächtig. Da kommt was, da bin ich mir sicher.

    Pfingstrose: Dieser hat ihr Umzug vom Hochbeet in die Peripherie nicht gut getan. Mal schauen, was das Frühjahr bringt.

    Einige Neuzugänge sind schon in der Erde:

    Heidelbeere – geschenkt bekommen, Bauernrose – geschenkt bekommen , 3 Johannisbeersträucher (ich hoffe, ich habe mich bei der Standortanalyse nicht vertan), Brombeere, Himbeeren für die neue Hecke und Rhabarber ist auch schon in der Erde verbuddelt. Frühbeet ist bereits angeschafft und einige Samen warten im Schuppen auf ihren Einsatz (unter anderem Piementos, um den Gatten weiter bei Buddellaune zu halten, ein Baum muss weg). Ein spannendes Gartenjahr wartet!

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