Buchcover Lavendelbitter

Lavendelbitter. Ein Gartenkrimi aus dem Odenwald von Elinor Bicks.

Buchtipps für unterwegs: Der Krimi Lavendelbitter und die Essaysammlung Die Tage des Gärtners bieten Gartenglück to Go.

Jawoll, letztes Wochenende war ich ohne. Ohne Käuter, ohne Fliederduft, ohne Schnecken, ohne Rücken. Unterwegs zu einer Konferenz, hin und zurück. Dazwischen auch ein ganz klein wenig auf der Konferenz, aber auch wirklich nicht zu lange, denn dafür hat wieder mal das Bahnchaos gesorgt. Wie bereits bei meiner letzten Horrorfahrt vor Ostern, war ich viele, viele unnötige Stunden on the rows, in der 1. Klasse, auf dem Fußboden kauernd!

Lavendelbitter

Immerhin hatte ich meine kleine Prise Garten in Buchform dabei: Lavendelbitter von Elinor Bicks. In diesem Krimi geht es um eine Reihe von Morden, kräuterkundige Damen und ein Lavendelbeet am Südhang der Feste Otzberg, also gleich bei mir um die Ecke.

Der Plot ist sauber konstruiert, sowohl Figuren als auch Pflanzen erweisen sich als leicht überzeichnet aber liebenswert, die Lektüre insgesamt ist amüsant, insbesondere für meine Landsleute aus dem Odenwaldkreis sowie weltweit für alle praktizierenden Kräuterhexen. Es macht Lust auf raffinierte Apothekergärten vor dem Haus … und das Experimentieren mit eigenwilligen Rezepturen. Was man aus Lavendel so alles kreieren kann, sollte ich unbedingt mal testen, wobei ich nicht glaube, dass der meine die gewünschte Intensität hergibt. Fürs erste musste ich mein Gelüst auf mediterrane Aromen während einer meiner Bahnhofsaufenthalte mit Lavendelschokolade befriedigen.

Kurz: Autorin Elinor Bicks transformiert ein Stück verschlafenes Hinterland mit etwas Lavendel und ein paar Tollkischen zur Kultgegend. Kleiner Wermutstropfen: Bei den Fahrtzeiten der deutschen Bummelbahn reicht die Lektüre nur für eine Strecke!

Buchcover: Die Tage des Gärtners

Die Tage des Gärtners. Amüsantes aus der Feder von Jakob Augstein, leidenschaftlicher Vorortgärtner aus Berlin-Zehlendorf. An seiner liebsten Staudengärtnerei bin ich mit dem Bus letzten Sonntag sogar vorbei gefahren – begleitet von Landbewohnern mit Jauchefass.

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Auch bei der Rückfahrt litt ich sehr. Zuverlässig fuhr nur der Überlandbus Potsdam – Spandau. Dennoch schaffte ich es bis Frankfurt, dem Konsum auf meinen zahlreichen längeren Zwischenstops zu entsagen. 8:45 Uhr, Berlin Spandau: Ich halte durch! 10:30 – 11:30 Uhr, Hannover HBF: Ich halte durch!! – 14:15 – 15:30 Uhr, Frankfurt HBF Ich muss was essen … Und ich kaufe Bücher!!!

Eins davon trägt den Titel

Die Tage des Gärtners.

Liegen Rauschmittel aus dem eigenen Anbau im Trend? Gehört es zum guten Ton, sich mit Alraunen zu vergnügen oder einen Hortensien-Joint zu drehen? Jedenfalls schreibt auch Jakob Augstein über Berauschendes im Garten. Unter anderem.

Im Großen und Ganzen geht es um seinen kleinen Garten, wie hier bei uns in diesem Blog. Dabei versteht er es geschickt, allerlei Wissenswertes und Kurzweiliges einzuflechten, von der Tulpenblase bis zum postmodernen, eklektizistischen Gartenzwerg.

Das wichtigste an dieser meiner neuen Gartenbibel ist:
Augstein versteht mich!

Gärtnern,

  • ein einziges Ankämpfen gegen die Enthropie. Genau!
  • Ein rascher Mutationsprozess vom Tierfreund zum Hasser jedweder Fauna, abgesehen von Regenwürmern, Bienen und Marienkäfern. Aber so was von – 50 Wegschnecken in 5 Minuten! Das tapfere Schneiderlein war nichts gegen mich und meine Grabeschaufel des Todes.
  • „Der Garten kann zur Obsession werden.“ Ach ja?

Man kann es nicht nur ein bisschen betreiben, das Gärtnern, schreibt Augstein grob zusammengefasst. „Noch können Sie umkehren“, warnt er ausdrücklich. Und ich glaube, er hat Recht, aber ich stecke schon ganz tief und unwiderruflich mittendrin.

2 Kommentare zu “Lavendelbitter – ein WE ohne Gartenrausch

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