Rhabarber

Sieht nach viel aus, reicht aber doch nur für einen halben Kuchen. Rhabaraber braucht recht viel Platz und wird im Herbst deshalb auch einen neuen Platz in unserem Garten beziehen.

Die Rhabarberschorle gehört heute auf die Getränkekarte eines jeden Szeneladens. Mit dem hippen Getränk ist auch das Gemüse wieder salonfähig geworden. Auch ich bin über die Schorle auf den Geschmack gekommen, denn dem Kompott aus meiner Kindheit konnte ich nie wirklich etwas abgewinnen. Seit einigen Jahren schaue ich verstärkt darauf überwiegend saisonales Obst und Gemüse zu kaufen und muss den Kindern ungefähr ab Februar erklären, dass wir Erdbeeren erst Ende Mai kaufen. So bin ich auch auf den Rhabarber gekommen, ein Gemüse, das man – ähnlich wie der von mir ebenfalls sehr geschätzte Spargel – nur kurze Zeit genießen sollte.

Rhabarber zählt zu den Gemüsesorten, da nicht der Fruchtstand, sondern die Stängel verzehrt werden, auch wenn er meist zu Süßspeisen verarbeitet wird. Ursprünglich stammt er aus Asien und wurde vor allem als Heilpflanze gegen Verdauungsschwäche und als Aphrodiasikum genutzt. Erst im 18. Jahrhundert wurde er erstmals in Europa, in England angebaut. Die erste Rhabarberkultur in Deutschland stand in den Vierlanden, direkt vor den Toren Hamburgs.  Diese Geschichte verspricht gute Ernteerträge im hiesigen Klima und da ich meinen Kollegen seit Jahren an meinem Geburtstags den immer gleichen, weil sehr leckeren, Rhabarberkuchen kredenze, habe ich vor 2 Jahren beschlossen den Gemeinen Rhabarber (Rheum rhabarbarum – fremde Wurzel) in mein Gartenportfolio aufzunehmen.

Das sollte beim Rhabarber-Anbau beachtet werden:

Gepflanzt wird im Herbst, ab Oktober und dann muss sich der Gärtner in Geduld üben. Denn die Erntezeit beginnt im April, allerdings sollten die Stängel erst im 2. Gartenjahr auch wirklich geerntet werden.

Die Pflanze mag schweren, tiefgründigen und feuchten Boden und viel Sonne, verträgt aber auch etwas Schatten. Die großen – nicht genießbaren – Blätter schlucken viel Wasser. Für trockene Gebiete ist es also eher nichts, für Norddeutschland das ideale Gemüse ;-).

Beim Ernten die Stängel nicht einfach rausreißen, sondern idealerweise rausdrehen. Außerdem nicht mehr als ein Drittel, maximal die Hälfte ernten, sonst wird die Pflanze zu sehr geschwächt.

Ist Rhabarber giftig?

Rhabarber enthält Oxalsäure (auch Kleesäure genannt), die Konzentration wird mit der Zeit immer höher. Anfangs ist sie nur in den – nicht zum Verzehr geeigneten Blättern, enthalten. Man sollte daher nur bis Johanni (24. Juni) ernten. Oxalsäure bindet im menschlichen Körper Calcium, daher wird empfohlen beim Genuss von Rhabarber mit dem Verzehr von calciumreichen Lebensmitteln (z.B. Milchprodukten) entgegenzuwirken.

Zum Glück enthält der bereits erwähnte Geburtstagskuchen Vanillepudding mit Schmand verfeinert. In diesem Jahr gab es ihm zum 3. Geburtstag unseres kleinen Gartenzwergs Mitte Mai zum ersten Mal mit eigener Rhabarber-Ernte. Idealerweise gab es vorher doch noch ein paar sonnig, warme Tage, die ihn  sprießen ließen, dennoch reichte es nur für einen halben Kuchen, den Rest habe ich mit Stachelbeeren (aus dem Glas) ausgefüllt. Für das Calcium sorgt die Schicht Pudding.

Hier das Rezept (mit Teigvariation), mein Mann hat leider das letzte Stück, das ich für’s Foto aufgehoben hatte, heimlich vorm Fernseher verputzt, das reiche ich dann nächstes Jahr im Mai nach ;-).

Rhabarberkuchen mit Puddingcreme auf Rührteig

Für den Teig:
100 g Butter
80 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eier
75 g Schmand
180 g Mehl
1 Tl Backpulver

Für die Creme:
1 Kochpuddingpulver mit Vanillegeschmack
40 g Zucker
375 ml Milch
125 g Schmand

Für den Belag:
ca. 6 frischer Rhabarber

Für die Streusel:
200 g Mehl
100 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
150 g Butter kalt
Zimt, nach Geschmack

Zubereitung:

  • Den Rhabarber schälen, in kleine Stücke schneiden und zuckern. Etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Danach in einem Sieb gut abtropfen lassen.
  • Rührteig herstellen und in eine gefettete Springform (28 cm Durchmesser) füllen. Bei 180° im vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten vorbacken.
  •  Inzwischen den Pudding mit dem Zucker und der Milch kochen und unter ständigem Rühren etwas abkühlen lassen. Den Schmand unterrühren und auf dem Kuchenboden verteilen. Die Rhabarberstücke darauf verteilen.
  •  Mehl, Zucker, Vanillezucker und Zimt mit der Butter zu einer krümeligen Masse verkneten. Die Streusel auf den Kuchen streuen. Den Kuchen bei 180° ca. 30 – 35 Minuten fertig backen.
  • Den Kuchen einige Zeit abkühlen lassen, die Masse ist nach dem Backen recht weich.

 

Rhabarberkuchen mit Puddingcreme auf Hefeteig

wie oben

Zubereitung Hefeteig:

500 g Mehl
75 g Zucker
1 Prise Salz
1 Würfel (42 g) frische Hefe
200 ml lauwarme Milch
100 g weiche Butter

  • Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. In die Mitte eine Mulde drücken. Hefe und 5 EL lauwarme Milch verrühren, in die Mehlmulde geben und mit etwas Mehl vom Rand verrühren. Diesen Vorteig an einem warmen Ort zugedeckt ca. 15 Minuten gehen lassen.
  • Butter Eier und übrige Milch zum Vorteig geben und sehr gut verkneten! Ich leibe meine WMF-Küchenmaschine. Denn das Kneten ist das A und O beim Hefeteig!  Und seit ich diese Maschine besitze wird jeder Hefeteig leicht und fluffig.
  • Den Hefeteig an einem warmen Ort zugedeckt 30-45 Minuten gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
  • Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmals durchkneten.
  • Den Teig auf einem Backblech ausrollen und erneut gehen lassen, bis sich das Volumen sichtbar vergrößert hat.
  • Den Hefeteig anschließend nach dem obigen Rezept belegen und backen. Das Vorbacken ist beim Hefeteig nicht nötig.

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