Sellerie

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Sellerie, ausgerechnet Sellerie habe ich als erstes Gemüse auserkoren, mit dessen Anbau ich mich an dieser Stelle auseinander setzen möchte. Die meisten Menschen, die ich kenne würden an dieser Stelle die Nase rümpfen. Ich mag Sellerie, aber ich mag auch Rote Beete ;-). Knollensellerie ist meiner Meinung nach unabdingbar, um Gerichten die nötige Würze zu verleihen. So bin ich großer Fan vom so genannten „Suppengrün“, das in der Regel Knollensellerie, Möhren, Petersilie (wahlweise Petersilienwurzel) und Porree enthält. Das gibt es inzwischen auch in kleinen Portionen im Tiefkühlfach. Aber Sellerie kann noch viel mehr, als die Grundlage für Gemüsebrühe zu bilden. Neben der Sellerieknolle lässt sich auch der überirdische Teil, der Stangensellerie für allerlei Leckerei verarbeiten.

Sellerie – Herkunft und Bezeichnung

Sellerie trägt den lateinischen Namen Apium und gehört zur Gattung der Doldenblüter. In den Handel kommt der Sellerie bei uns unter den Bezeichnungen Knollensellerie, Bleichsellerie, Stangensellerie oder Schnittsellerie. Die Pflanze ist, aufgrund ihrer heilende Wirkung nachgesagten ätherischen Öle, schon seit Jahrtausenden als Genusspflanze bekannt, war jedoch bis weit ins letzte Jahrtausend den Kloster- und Hofgärten vorbehalten. Erst im 18 Jhd. fand er Platz auf den Speiseplänen der „normalen“ Bevölkerung.

Sellerie – Wirkung und Inhaltsstoffe

Das  typische, würzige Selleriearoma stammt von ätherischen Ölen, wie zum Beispiel Phthalide. Diesen wird eine eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt, denn sie sorgen für eine Entspannung der Arterienwände  und tragen auf diese Weise dazu bei, die Gefäße zu weiten, so dass der Blutstrom mit geringen Druck fliessen kann. Phthalide helfen außerdem dabei Stresshormone abzubauen. Der Selleriesaft enthält zudem hohe Mengen an Kalium, Magnesium und Calcium, die sich ebenfalls positiv aus das Nervensystem und die Balance des Körpers auswirken. Das wusste übrigens schon der berühmte Arzt Hippokrates, der den Saft an Patienten mit Nervenproblemen verschrieb. Der im 16. Jhd. wirkende Arzt Paracelsus empfahl Sellerie ebenfalls bei Depressionen und Angstzuständen. Auch in der chinesischen Medizin spielt Selleriesaft eine große Rolle. Mittlerweile hat auch die Schulmedizin die blutdrucksenkende Wirksamkeit nachgewiesen (Studie der Universität von Chicago). Noch nicht schulmedizinisch bestätigt ist hingegen die potenzsteigernde Wirkung, die dem Sellerie nachgesagt wird. So soll das ätherische Öl Apiin die Produktion von Sexualhormonen ankurbeln.

Die im Sellerie enthaltenen Senföle wiederum wirken im Mund, im Rachen, im Magen und im Darm sowie in den Schleimhäuten gegen Bakterien, Viren und Pilze. Er entwässert und ist deshalb auch für eine Schlankheitskur geeignet. Die große Menge an Bitterstoffen und insulinähnlichen Hormonsubstanzen, regen zudem das Verdauungssystem an.

Ihr merkt Sellerie ist ein wahrer Allrounder! Denn neben den oben genannten Heilwirkungen, hilft er außerdem wie folgt:

  • Sellerie neutralisiert zu viel Magensäure.
  • Sellerieblätter können rheumatische Beschwerden lindern.
  • Das Kalzium der Sellerie stärkt Knochen und Zähne.
  • Sellerieblätter geben neue Kraft und Energie.
  • Sellerie verschönt Haut und Haar.

Aber Vorsicht! Nicht jeder profitiert davon, Personen mit Nierenleiden und Schwangeren wird geraten auf Sellerie zu verzichten, denn fast 40% aller Lebensmittelallergien werden von Sellerie ausgelöst. Damit ist die Sellerieallergie die häufigste Allergie im Erwachsenenalter. Sellerie gehört zu den 14 Hauptallergenen und muss auf allen Zutatenlisten angegeben werden. Wer nach dem Genuss von Sellerie unter Magenbeschwerden leidet, Ödeme bemerkt, Atemnot bekommt oder andere Allergiesymptome sollte unbedingt einen Arzt konsultieren.

Sellerie – Anbau

Her mit Sellerie, wenn er nicht nur gut schmeckt, sondern auch noch heilt, kommt man daran ja gar nicht mehr vorbei. Da wir öfter Sellerie verwenden, scheint in meiner Familie kein Allergiker zu sein. Also ist der Anbau gesichert. Ein Blick in mein schlaues Buch verrät, Blattsellerlie gehört zu den Einsteigern empfohlenen Gemüsearten, Knollensellerie scheint schon ein wenig anspruchsvoller im Anbau zu sein.

Erste Erkenntnis also, Knollensellerie und Staudensellerie sind zwei verschiedende Dinge. Bisher dachte ich ehrlicherweise, das eine ist der überirdische, das andere der unterirdische Teil. Der Staudensellerie bildet allerdings nur eine kleine Knolle aus, während die Blätter des Knollensellerie nicht zum Verzehr bestimmt sind und sehr bitter schmecken. Außerdem unterscheidet man noch den Schnittsellerie, bei dem nur die Blätter verwendet werden.

Ob die Wahl auf Knollensellerie oder Staudensellerie fällt, ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Beide Formen stellen die gleichen Anforderungen an Standort und Pflege. Der Staudensellerie benötigt aber deutlich weniger Platz und kann daher sogar in kleinen Kübeln oder Kästen auf dem Balkon angebaut werden. Ich habe mich noch nicht entschieden, bisher tendierte ich zu Knollensellerie, das ist für mich klassischer im Suppengrün, aber der einfachere Anbau von Staudensellerie lässt mich schwanken. Die Entscheidung fällt dann Anfang des Jahres, wenn es um die Bestellung der Samen geht. Hier erstmal die wichtigsten Fakten zu Anzucht, Pflege und Erde beider Sorten:

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Staudensellerie

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Staudensellerie (auch Stangensellerie, Bleichsellerie): Staudensellerie bildet nur sehr kleine Knollen aus, hat dafür aber kräftige, fleischige Blattstiele mit kleinen Blättern an den Enden. Die Pflanze wird etwa zwischen 30 und 60 cm hoch und bildet Blattstiele mit einer Dicke von etwa 4 cm aus.

Standortwünsche: sonnig bis halbschattig, gleichmäßig feucht und humushaltig, Sellerie mag kalkhaltigen Boden

Saattiefe: nur andrücken, pflanzen nicht zu tief einpflanzen, der Wurzelhals sollte mit der Erde abschließen, damit er nicht fault.

Keimdauer: mind. 20 Tage, empfohlen wird die Samen vor Aussaat 24 Std zu wässern

Aussaat: im März mit Vorkultur im Haus oder im Frühbeet, Pflanzung am Standort im April-Mai

Abstand: 30 cm

Nachbarn: Bohnen, Kohl, Spinat, Gurken, Lauch, Tomaten, andere Doldenblüter, sowie Kartoffeln und Salat meiden

Ernte: Stangensellerie kann ab Juni geerntet werden. Werden immer nur einzelne Stange abgeschnitten, wachsen in der Regel neue nach. Die Erntezeit im Freien kann so lange fortgesetzt werden, bis der erste Nachtfrost auftritt. Wurden die Pflanzen einmal Minustemperaturen ausgesetzt, erscheinen sie glasig und sind für den Verzehr nicht mehr geeignet.

Lagerung/Aufbewahrung: Staudensellerie lässt sich blanchiert oder roh einfrieren. Man kann ihn aber auch wie früher üblich in kühlen Räumen in Sand lagern, dabei verliert er mit der Zeit jedoch seine wertvollen Inhaltsstoffe.

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Knollensellerie (auch Echter Sellerie, Wurzelsellerie, Zeller): Echter Sellerie ist eine einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze. Sie wird zwischen 30 bis 100 cm hoch. Die Wurzel ist spindelförmig und verzweigt.

Standortwünsche: eher sonnig, aber nicht zu warm, humushaltiger, sehr nährstoffhaltiger Boden, ausreichend feucht, am besten gedeiht er bei lehmhaltigen Boden

Saattiefe: nur andrücken, pflanzen nicht zu tief einpflanzen, der Wurzelhals sollte mit der Erde abschließen, damit er nicht fault.

Keimdauer: 10-15 Tage, nicht unter 18 Grad, Pflanze wenig wässern, um sie widerstandsfähiger zu machen, allerdings Trockenheit und Lichtmangel meiden

Aussaat: im März mit Vorkultur im Haus oder im Frühbeet, Pflanzung am Standort im Mai, wenn der Frost vorüber ist

Abstand: 40 cm

Nachbarn: Tomaten und Blumenkohl

Pflege: Knollensellerie gilt als Starkzehrer, d.h. er braucht viel Dünger und Nahrung, auch während des Wachstums. Um den Boden zu lüften und die Unkrautbildung zu verringern sollte vorsichtig um die Pflanzen gehackt werden, jedoch nur bis ca. Juli, denn dann ist die Pflanze zu groß, Knollensellerie ist ein Flachwurzler, die Gefahr die Wurzel zu verletzen ist zu groß. Hat die Knolle die Größe einer Walnuss erreicht, soviel Erde abgetragen, bis die oberen Wurzeln freiliegen. Die Entwicklung der Knollen wird durch das Vertrocknen der oberen Wurzeln angeregt.

Ernte: August bis November. Frost ab -3°C schadet den ausgewachsenen Knollen. Geerntet wird bei Trockenheit, die Knollen auf gar keinen Fall waschen, denn feuchtes Erntegut läuft Gefahr von Pilzen und anderen Schädlingen befallen zu werden und verdirbt dadurch schnell. Einfach die Erde an der Knolle belassen und gut durchtrocknen lassen, so lässt er sich einige Monate lagern.

Lagerung/Aufbewahrung:  Geerneteten Knollensellerie nicht direkter Sonnenstrahlung aussetzen.  Er kann blanchiert eingefroren oder sauer eingelegt werden. Auch die Lagerung im kühlen Raum im Sand ist möglich.

 

 

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