Blühende Christrose

Winter im Garten. Schnee ist ein guter Frostschutz für Pflanzen. Die Christrose ist jedoch vollkommen winterhart.

Ob eine Gartenpflanze winterhart ist, entscheidet darüber, wie sie unseren Winter übersteht. Als relativer Gartenneuling unterscheide ich drei „Härtegrade“ für meine Pflanzen. Das macht es mir einfacher, den richtigen Winterschutz zu finden.

  • Winterharte Pflanzen:
    Das sind Pflanzen, die den deutschen Frost auch längerfristig gut vertragen. Jedoch nicht, wenn sie im Kübel wachsen.
  • Bedingt winterharte Pflanzen:
    Diese sind bis zu bestimmten Temperaturen outdoorgeeignet und benötigen ggf. Schutz oder einen Umzug an ein kühles Plätzchen im Haus.
  • Exotische Pflanzen, die Frost gar nicht vertragen

Sage mir wo Du lebst, und ich sage Dir, was winterhart ist

Weinanbau an der Bergstraße

Unter guten Bedingungen wächst Wein in der Winterhärtezone 7b.

Eine Pauschalaussage, ob eine Pflanze draußen überwintern kann, gibts nicht. Allein in Deutschland unterscheidet man sieben Winterhärtezonen. Zudem verfügt jeder Standort über ein lokales Mikroklima – in Städten ist es beispielsweise wärmer als in der Umgebung. Wer sich unsicher ist, kauft seine Pflanzen am besten in einer lokalen Gärtnerei mit kundigem Fachpersonal, das eine Empfehlung zum Winterschutz geben kann.

Hier in Ober-Ramstadt müsste ich bei 7b liegen. Weinanbau ist daher zumindest im Nachbarort möglich, der sein besonderes Mikroklima dem Basaltgestein eines erloschenen Vulkans verdankt. Hier eine Übersicht zu den Winterhärtezonen Deutschlands.

Auch kamen Rosen und Hortensien in meinem Garten in den letzten Wintern ohne besonderen Schutz klar. Meine neu erworbenen Rosenschätze werde ich dennoch ein wenig betüdeln, indem ich Erde um die Stämme anhäufle. Da wir selten Schnee haben, der Pflanzen vor Frost bewahren kann, ist das bei uns sinnvoll. In kälteren Regionen solltet ihr außerdem Reisigzweige über die Rosenäste legen. Und keinesfalls dürft ihr empfindliche Pflanzen im Herbst noch düngen, schließlich sollen sie das Wachstum einstellen und zur Ruhe kommen.

Kübelpflanzen warm einpacken!

Als Kübelpflanzen müssen auch winterharte Stauden und Gehölze geschützt werden, da sie dem Frost von der Seite ausgesetzt sind. Meine Säulenkirsche habe ich im Frühjahr wurzelnackt bekommen. Im Kübel konnte sie erst mal in Ruhe anwachsen und Wurzeln ausbilden, ohne Konkurrenzpflanzen, Wühlmäuse und Trockenheit ertragen zu müssen. Damit der junge Obstbaum munter über den Winter kommt, braucht er jedoch einen Kälteschutz.

Ich habe ihn auf zwei dicke Styroporplatten gestellt, da die Luft direkt am Boden am Kältesten ist. Zudem habe ich den Topf mit Noppenfolie umwickelt, die ich dank diverser Umzüge in größerer Menge im Keller horte und nun im Garten „auftrage“. Sollte es Frost geben, umwickle ich den Stamm zusätzlich mit Vlies. Schön geht anders, aber von innen sehe ich nix von der Frotzschutzmaßnahme, also passt es für mich.

Drinnen oder draußen? Mediterrane Pflanzen überwintern

Die Option zum Olivenanbau habe ich leider knapp verfehlt. Den meisten mediterranen Pflanzen ist es bei mir zu kalt. Im kuscheligen Wohnzimmer ist es ihnen wiederum zu warm. Für viele Pflanzen ist eine Überwinterung bei 5 – 10 ° Celsius ideal. So bevorzugt der Oleander einen solch kühlen aber zugleich hellen Platz, in einem Treppenhaus zum Beispiel. Aus diesem Grund habe ich keinen!

Einmal habe ich ein Wandelröschen in unserem dunklen, kalten Heizungskeller über den Winter gebracht. Das ging super. Die Pflanze wirft einfach die Blätter ab und möchte mäßig aber konstant feucht gehalten werden. So weit so gut … Leider habe ich das Wandelröschen zu früh im Jahr zurück auf die Terasse gestellt. Nachts war es noch kalt. Tagsüber sorgte die intensive Frühjahrsonne für einen Hitzschock. Gelernt habe ich daraus, dass Pflanzen, die drinnen überwintert werden, erst ab Mai wieder ins Freie dürfen und dann behutsam an die Sonne gewöhnt werden müssen.

Rosmarin lässt sich angeblich abhärten, indem man ihn Jahr für Jahr ein wenig länger draußen lässt. Die offizielle Empfehlung lautet, ihn als Kübelpflanze im Haus zu überwintern. Da ich jedoch in Ober-Ramstadt schon prächtige Rosmarinbüsche gesehen habe, versuche ich auch dieses Jahr meine Rosis draußen zu überwintern. Einen habe ich in einem mit Vlies umhüllten Topf wingeschützt an der Südwand des Hauses direkt am Fenster – also quasi neben der Heizung – auf einer Styroporplatte stehen. Mit solchen Schutzmaßnahmen lässt sich angeblich eine ganze Winterhärtezone rausschlagen. Dort muss ich unbedingt ans Gießen denken, da der Rosmarin als immergrüne Pflanze im Winter Durst hat. Wenn es dauerhaft friert, kommt er jedoch in den Keller, weil er vertrocknet, wenn die Wurzeln einfrieren. Zwei andere Rosmarinpflanzen habe ich auf dem Acker und werde sie dort mit Vlies schützen, denn letztes Jahr gabs große Verluste im Kräuterbeet. Einige Rosmarinsorten sollen hart im Nehmen sein – wenn ich nur wüsste, welche …

Auch Zitruspflanzen wollen keinen Frost erleben. Zitronen können sogar im submediterrannen Klima des Gardasees nur in beheizbaren Orangerien (Limonaie) angebaut werden. Dennoch brauchen Sie ein kühles Winterquartier.

Orangerie - Limonaia

Am Gardasee werden zwar Zitrusfrüchte kultiviert, jedoch in schützenden Limonaie, die im Winter voll verglast werden und beheizt werden können.

Wärmeliebende Exoten ins Wohnzimmer

Exoten wie mein Zimmerhibiskus müssen beim ersten Frost ins Haus. Bei dem plötzlichen Kälteeinbruch im Oktober bekam mein Hibi sofort einen Kälteschock und warf alle Blätter ab. Temperaturen unter 10° Celsius mag er angeblich nicht. Dafür war meiner ganz schön lange draußen und hat sich wacker geschlagen. Nun treibt er wieder munter aus und verkraftet dabei unsere Wohnzimmertemperaturen sehr gut.

So und jetzt ihr!

Hier weiterführende Infos zu

2 Kommentare zu “Warm einpacken oder kalt stellen? Gartenpflanzen überwintern

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