Rosenkohl anbauen

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Wir haben Winter, tiefsten Winter. Im Garten ist nicht viel zu tun und ich sinniere fleißig Pläne für das Frühjahr. Was pflanze ich dieses Jahr alles an? Kürzlich kamen diverse Gartenkataloge ins Haus und die Wunschliste ist schon wieder länger als der Platz im Beet. Mein ästhetisches Empfinden, mein Zeitkonto und nicht zuletzt mein Mann und meine Kinder haben wohl etwas dagegen, wenn ich die gesamte Rasenfläche zum Ackergebiet erkläre, daher muss ich mich entscheiden.  Ziemlich weit oben auf der Liste steht derzeit der Rosenkohl. Kein Wunder, da ich ein Fan von saisonalem Gemüse bin, essen wir ihn zur Zeit beinahe wöchentlich. Meine Gartenknirpse lieben die kleinen, runden Kugeln. Als Kind habe ich Rosenkohl gehasst! Sorry Papa, ich glaub es lag daran, dass du ihn in Grund und Boden verkocht hast ;-). So sehr ich Papas Koch- und Gartenkünste sonst bewundere, Rosenkohl war jahrelang ein echtes NoGo für mich. Irgendwann als Erwachsene habe ich mich mal wieder rangetraut, ihn gefühlte 30 Minuten eher vom Herd genommen und fand ihn himmlisch. Einfach nur kurz blanchiert, in Butter geschwenkt, gern noch etwas gebratene Speckwürfel und Salz und Pfeffer, evtl. Muskatnuss dazu, fertig ist die Beilage.

Es gibt aber einen gewaltigen Unterschied zwischen dem Rosenkohl vom Aldi (oder sonstigen Supermärkten an denen ich auf die Schnelle vorbeikomme) und Bio-Rosenkohl. Leider komme ich an Bio-Rosenkohl selten ran, die Lösung: Selbst Rosenkohl anbauen und endlich auch im Winter noch was ernten können! Denn die Erntezeit für Rosenkohl liegt im November und Dezember. Spontan geht das aber nicht, um im Winter Rosenkohl ernten zu können, muss man bereits im April mit dem Rosenkohlanbau beginnen:

Mitte April sollte die Aussaat (am besten im Frühbeet) erfolgen, da jedoch viel mehr Samen in einem Tütchen sind als man gemeinhin braucht, empfiehlt sich der Kauf von Setzlingen im Gartenfachhandel. Die müssen erst Mitte Juni ins Beet.

Rosenkohl ist, wie die meisten Kohlarten, ein Starkzehrer, heißt er braucht einen guten, fruchtbaren und tiefgründigen Boden. Vor allem währen der Wachstumsphase sollte man den Boden immer wieder auflockern und Verschlammung nach starken Regenfällen vermeiden. Dünger und – für mich im Norden besonders wichtig – Schutz vor Wind sind ein Muss!
Zwiebeln und Knoblauch sind unbeliebte Nachbarn.

Mitte September sollte bei den Rosenkohlpflanzen die Triebspitze der Pflanze und die unteren Blätter entfernt werden, um eine gute Ernte, das heißt schöne, große und feste Röschen zu erhalten. Rosenkohl darf und sollte sogar einige Nachtfröste abbekommen, um einen intensiven Geschmack zu entwickeln. Sollte es jedoch zu kalt werden (ab Minus 10 Grad) müssen sie durch ein Vlies geschützt werden.

Pro Rosenkohlpflanze kann bei guter Pflege ein Ertrag von 500-1000 g erwartet werden, das reicht für 4 bis 8 Portionen. Besonders vorteilhaft: Rosenkohl wird fortlaufend geerntet, beginnend mit den unteren kräftigen Röschen. Das Beet fungiert also als Lager und es muss nicht Platz im Gefrierschrank oder kühlen Keller geschaffen werden. Wichtig ist aber, dass nur die Röschen von den Strunken gebrochen werden und diese dabei unverletzt bleiben. Pro Pflanze muss ein halber Quadratmeter Platz eingeplant werden.

Rosenkohl hat übrigens einen hohen Vitamin B-Gehalt und schützt und reaktiviert damit gestresste Nerven! Her mit dem Gemüse! Dank dieser Info hat es sich einen Platz in meinem Beet erobert.

Weitere leckere Rosenkohlrezepte, vor allem für die Weihnachtszeit, gibt es hier.

 

5 Kommentare zu “Rosenkohl anbauen – Im Winter frisch auf dem Tisch

  • Jetzt krieg ich Magenknurren… Da wir auch Newbees sind: wieviel Platz muss ich denn im Beet für wieviel Pflanzen reservieren, um 3-4 hungrige Mäuler satt zu bekommen? (Muss ja nicht jede Woche auf den Tisch).

  • Mein schlaues Buch empfiehlt 2-4 Rosenkohl-Pflanzen für eine vierköpfige Familie bei einer prognostizierten Ernte von einem Kilo pro Pflanze. Der ideale Abstand zwischen den Pflanzen beträgt ca. 60 cm. Der Ertrag hängt jedoch immer von Pflanzensorte, Boden und Lichtverhältnissen sowie dem Wetter ab. Und auch Appetit ist ja eine eher individuelle Sache … Insofern würde ich einfach mal testen, was für Euch passt. Ich bin aber gespannt, was Nadine dazu meint. Viel Erfolg!

    (Quelle und Buchtipp: Wagner, Wendland, Liebreich: Selbstversorger-Garten: Pflanzen, ernten & genießen)

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